Was die Schaumweine der Appellationen Crémant und Prosecco unterscheidet
Crémant und Prosecco haben zwar ihre feine Perlage gemeinsam, unterscheiden sich jedoch in vielerlei Hinsicht – angefangen bei ihrem Herkunftsland: Frankreich beziehungsweise Italien. Auch ihre Terroirs, Rebsorten, Herstellungsmethoden und ihr önologisches Know-how sind grundlegend verschieden. Crémant oder Prosecco – worin liegen also die Unterschiede? Hier sind die wichtigsten Merkmale im Überblick.
Wie bei jedem Wein mit geschützter Herkunftsbezeichnung wird die Identität von Crémant und Prosecco in erster Linie durch ihr Terroir geprägt.
Crémant de Loire entsteht im Loiretal, einer Weinregion, die weltweit für die Vielfalt und den Reichtum ihrer Böden bekannt ist. Das in Saumur ansässige Haus Langlois verfügt über vier herausragende Terroirs, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Qualität als echte „Crus“ gelten: Coteaux Saint-Léger (Kalkstein), Côtes de Saumur (Kiesel-Kalkstein), Puy Notre-Dame und Montreuil-Bellay (Ton-Kalkstein).
Diese Loire-Terroirs verleihen den Weinen – in Verbindung mit dem Einfluss der Loire und einem milden, gemäßigten Klima – eine ausgeprägte Mineralität. Die Crémants de Loire von Langlois zeichnen sich durch Frische, Eleganz und Komplexität aus.
Prosecco hingegen wird in einem klar abgegrenzten Gebiet der italienischen Region Venetien erzeugt, hauptsächlich in den Provinzen Treviso sowie Conegliano-Valdobbiadene. Die hügelige Landschaft profitiert von einem mediterran geprägten Klima und überwiegend ton- und kalkhaltigen Böden.
Das außergewöhnliche Aromaprofil des Crémant de Loire verdankt sich der großen Vielfalt der Rebsorten des Loiretals. Besonders Chenin Blanc gilt als die charakteristische Rebsorte der Crémants de Loire von Langlois. Sie wird für ihre Frische sowie ihre Aromen von weißfleischigen Früchten und Blüten geschätzt und besitzt zugleich ein hervorragendes Reifepotenzial.
Chardonnay, Cabernet Franc, Pinot Noir und Grolleau ergänzen die Cuvées und verleihen ihnen je nach Assemblage Eleganz, Fruchtigkeit oder Struktur. Aus diesen Rebsorten entstehen unterschiedlichste Crémants de Loire – vom Brut über Rosé und Blanc de Blancs bis hin zu Jahrgangs-Crémants.
Prosecco hingegen wird überwiegend aus der Rebsorte Glera hergestellt, die für ihre Aromen von Birne, grünem Apfel und weißen Blüten bekannt ist. Dieser Fokus auf eine einzige Hauptrebsorte verleiht Prosecco zwar seinen typischen Charakter, schränkt jedoch die aromatische Vielfalt und Ausdruckskraft häufig ein.
Der Crémant de Loire, dessen geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) 1975 offiziell anerkannt wurde, wird nach der traditionellen Flaschengärungsmethode hergestellt – ein Garant für Qualität und Finesse. Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen, um ihre Unversehrtheit zu bewahren. Nach der ersten Gärung im Tank erfolgt die zweite Gärung direkt in der Flasche, wodurch nach und nach die feine, lang anhaltende Perlage entsteht.
Das Haus Langlois geht dabei häufig über die Anforderungen der Appellation hinaus. So reifen seine Cuvées deutlich länger auf der Hefe – beispielsweise 24 Monate für den Brut ohne Jahrgang, obwohl die Appellation lediglich 12 Monate vorschreibt. Diese verlängerte Reifezeit verleiht den Weinen mehr Struktur, Eleganz und aromatische Tiefe und macht sie zu idealen Begleitern sowohl als Aperitif als auch zu anspruchsvollen Speisen.
Prosecco wird nicht nach der traditionellen Flaschengärung, sondern nach der Charmat-Methode hergestellt. Dabei findet die zweite Gärung in einem geschlossenen Drucktank statt und nicht in der Flasche. Dieses deutlich schnellere Verfahren ermöglicht eine Produktion in großen Mengen.
Die auf diese Weise entstehenden Perlen sind jedoch meist weniger fein als bei der Flaschengärung. Zudem führt der kürzere Kontakt zwischen Wein und Hefe zu einer geringeren aromatischen Komplexität, einem kürzeren Nachhall und einem geringeren Reifepotenzial. Deshalb wird Prosecco häufig als Basis für Cocktails oder als unkomplizierter Aperitif genossen.
Crémant oder Prosecco? Wie deutlich wird, entscheiden vor allem Terroir, Rebsorten und Herstellungsverfahren über den Charakter dieser beiden Schaumweine. Dank der Vielfalt seiner Böden, seiner unterschiedlichen Rebsorten und seines anspruchsvollen handwerklichen Know-hows hat sich der Crémant de Loire seit Langem als einer der bedeutendsten französischen Schaumweine etabliert. Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Artikel über die Unterschiede zwischen Crémant und Champagner oder besuchen Sie unsere historischen Weinkeller in Saumur und entdecken Sie die Welt der Langlois Crémants.
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